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Liebe Theaterbesucher,
Das Aktionsbündnis der Künstler wird die weiteren Ereignisse begleiten und Sie über den Stand der Dinge informieren.
http://aktionsbuendnis-der-kuenstler.jimdo.com/
Auch die Petition zum Erhalt der kommunalen Einrichtungen bleibt weiterhin aktiv, denn die genauen Konditionen für die Umsetzung der jeweiligen beschlossenen Massnahmen sind mit dem Haushaltsplanentwurf ja noch überhaupt nicht klar.
Bitte zeichnen Sie also die petition zum Erhalt der kommunalen Kultureinrichtungen weiter:
http://www.openpetition.de/petition/online/fuer-den-erhalt-der-kulturellen-einrichtungen-in-berlin-pankow
Die Kommunikation über Facebook: https://www.facebook.com/groups/215577445199461/
läuft weiter.
Und der Ratschlag als Netzwerk von Initiativen und Gruppen trifft sich nun alle zwei Wochen, beginnend am 2. April 2012 um 18.30 Uhr in der Esmarchstraße 18.
Für Informationen zu Terminen und Aktionen des Ratschlags ist eine Mailingliste "Pankower Ratschlag" eingerichtet. Über folgenden Link können Sie sich in die neue Mailingliste eintragen:
https://netzguerilla.net/mailman/listinfo/pankowerratschlag
Eventuell gibt es eine Vertrauensabfrage. Die Seite ist vertrauenswürdig.
Falls es Schwierigkeiten mit dem Eintrag in die Mailingliste gibt, senden Sie eine E-Mail mit der Bitte um Eintrag an Enricoenrico@projektwerkstatt.de
Außerdem informiert auch die Seite
http://pankowsolidaritaet.wordpress.com/2012/02/17/hello-world/
über aktuelle Termine und Ereignisse.
Mai 2012
Nach den Vorstellungen werden im Theaterfoyer Zuschauergespräche angeboten.

Do 10.05. 20 Uhr
Fr 11.05. 20 Uhr
Wiederaufnahme:
IRENE BINZ, DIE FRAU IM KOFFERRAUM
von Ronald M. Schernikau
Regie: Marc Lippuner
Ausstattung: Halina Kratochwil
Produktionsmitarbeit: Thomas Georgiadis
Spiel: Michael F. Stoerzer
Irene Binz, eine lebenslustige, moderne junge Frau - von der sozialistischen Idee überzeugt - gerät nach dem Mauerbau im August 1961 in einen existentiellen Gewissenskonflikt: Soll sie zum Vater Ihres Kindes in den Westen fliehen oder im Osten Deutschlands bleiben, wo sie und ihre politischen Überzeugungen zu Hause sind? Sie entscheidet sich für die Liebe. Und wird bitter enttäuscht.
Das Interesse der Gruppe PortFolio Inc. an dem Monologdrama, das Ronald M. Schernikau nach Gesprächen mit seiner Mutter geschrieben hat, gilt neben der eigentlichen Geschichte der Weitergabe von Biografien durch Eltern an ihre Kinder: Wie wird die Vorstellung von Heimat geprägt oder vorbestimmt? Und kann man sich von diesem "Erbe" befreien?
Der Abend zeigt einen Versuch der Aufarbeitung deutsch-deutscher Geschichte aus Sicht jener jungen Leute, die zum Zeitpunkt der ''Wende“ nur ein unzureichendes Bild von dem hatten, was um sie herum passierte.
Sa 12.05. 20 Uhr
So 13.05. 20 Uhr
DIE SANFTE
von Dostojewskij
Konzept/Spiel: Iljá Pletner
Iljá Pletner, dem einen oder anderen Zuschauer bereits aus der Produktion AUFZEICHNUNGEN AUS DEM UNTERGRUND
(eine Dostojewskij-Adaption von Inka Bach) als eindrucksvoller Spieler bekannt, hat im völligen Alleingang ein weiteres Dostojewskij-Projekt auf die Bühne gebracht, herausgekommen ist ein literarischer Leckerbissen. Dazu hat der aus der Ukraine stammende Schauspieler den russischen Text noch einmal neu übersetzt und schlüpft in die Figur des Pfandleihers, der vor den Trümmern seiner Existenz steht. Das intensive, facettenreiche und mitreißende Spiel Iljá Pletners zieht den Zuschauer in den Bann der Figur.
Do 17.05. 20 Uhr
Fr 18.05. 20 Uhr
Sa 19.05. 20 Uhr
okapi-productions
AUFZEICHNUNGEN AUS DEM UNTERGRUND
nach Dostojewskij / Stückfassung von Inka Bach
Regie/Bühne/Video: Ingrun Aran
Dramaturgie: Inka Bach
Spieler/in: Iljá Pletner, Iris Boss
Kamera: Jakobine Motz
Soundesign: Simon Franzkowiak
Graffiti: Thomas Korn
Assistenz: Philippe Roth
Wassilij (Iljá Pletner) lebt im Untergrund, im Kellerloch. Nur per Internet hält er noch Kontakt zur Welt. In einer furiosen Ansprache auf Deutsch und Russisch an das Publikum entwickelt Wassilij seine Maxime individueller Freiheit - das Recht auf Irrsinn und Unglück. Mit der Hure Lisa (Iris Boss) bekommt er noch eine letzte Chance auf Liebe...
Dostojewskijs Stadtneurotiker wird in der Aktualisierung und Adaption von Inka Bach (Text) und Ingrun Aran (Regie) zum morbiden Internet- und Spielsüchtigen, der sich den Anforderungen der Moderne nicht gewachsen fühlt und ihnen dennoch unterworfen ist.
Gefördert aus Mitteln des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten, des Amtes für Weiterbildung und Kultur Berlin Pankow, der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen. Unterstützt von Courage gegen Fremdenhass e.V..
"Jetzt spült ein Glücksfall aus Migration, Talent und Ausbildung den in Dnepropetrowsk geborenen Iljá Pletner in die heimelige Stube des Theaters unterm Dach.
Dort verkörpert er den Selbsthass und Weltekel zerquälten und zugleich vom Glauben an die eigene Bedeutung schier aufgeblasenen Haupthelden aus Dostojewskis „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“. Unter der Hand der Regisseurin und Filmemacherin Ingrun Aran wird dieser exzentrische Griesgram jedoch zu einer Figur ganz unserer Zeit." (zitty)
http://www.okapi-productions.com/productions/plays/aufzeichnungen-aus-dem-untergrund

So 20.05. 20 Uhr
Trilogie der klassischen Mädchen
GRETE
nach Goethes Faust
es spielt: Claudia Wiedemer
Regie: Anja Gronau
Regieassistenz: Nora Otte
künstlerische Mitarbeit: Marcel Luxinger
Mit der Premiere von GRETE vollenden die Regisseurin Anja Gronau und die Spielerin Claudia Wiedemer ihre Trilogie der klassischen Mädchen: KÄTHE, JOHANNA, GRETE - drei junge Mädchen, vierzehn-, fünfzehnjährig, getrieben vom Furor des Erwachsen-wer-dens, vom jugendlichen Willen zum Ganz-oder-gar-nicht. Käthe von Heilbronn, Johanna von Orleans, Grete aus der deutschen Kleinstadt - alle drei geben sich bedingungslos einer Leidenschaft hin, die ihre Welt von Grund auf verändert...
Blond bezopft und einfältige Verse säuselnd – so ist das deutsche Gretchen allen vertraut, als Opfer männlicher Rücksichtslosigkeit. Mit ihrem Perspektivwechsel auf die Figur der Grete zeigen Anja Gronau und Claudia Wiedemer, welche Möglichkeiten der heutigen Aneignung diese Frauenfigur zwischen Hingabe und Auflehnung, jenseits des Klischees vom blond zopfigen Mädchen bietet. Sie geben dem Gretchen einen Abend, ohne Rücksicht auf Faust.
Grete (Claudia Wiedemer) stürzt auf die Bühne und wir befinden uns mitten in einem Theaterstück, das so packend, faszinierend, lustig, traurig, liebevoll, emphatisch, ironisch, berührend, begeisternd ist…..
Diese Inszenierung wurde außer mit dem Friedrich-Luft-Preis mit vielen weiteren Auszeichnungen bedacht.

Do 24.05. 20 Uhr
Fr 25.05. 20 Uhr
Wiederaufnahme:
hardt attacks
DIES IST KEIN LIEBESLIED
nach Karen Duve
Regie: Wenke Hardt
Ausstattung: Alexander Schulz
Spiel: Daniela Holtz/ Monika Wiedemer, Claudia Wiedemer
„Mit sieben Jahren schwor ich, niemals zu lieben. Mit achtzehn tat ich es trotzdem. Es war genauso schlimm, wie ich befürchtet hatte.“
Taxifahrerin Anne macht sich auf den Weg nach London, um ihre unerwiderte große Liebe ein letztes Mal zu sehen. Sie hofft auf Erlösung – wie auch immer diese aussehen mag. Ihre Reise wird zu einer Spurensuche nach sich selbst.
Anne erinnert sich an ihre ersten Schritte in der Liebe, die Demütigungen des Sportunterrichts und durch ihre Familie, an ihre zahlreichen Diäten, an Angepasstheit und an schlechten Sex – kurz: An ihre Leiden im „haifischverseuchten Ozean des Lebens“.
Ein Leben an dem sie bis jetzt wenig Erfreuliches finden kann – außer Taxifahren und dem Vergnügen, im Café, vor den neidischen Augen diätgestählter schlanker Damen, vier Stücke Schokoladentorte in sich hinein zu stopfen.
Ein berührend komischer Kampf um sich selbst, der immer wieder durch die Suche nach äusserer Anerkennung verstellt wird.
"Einhundert spannende Minuten" Dresdener Neueste Nachrichten
„Starke Bühnenadaption des Romans von Karen Duve. 100 pralle Theaterminuten: Bitterböse und einfühlsam, mit viel Witz und zugleich unter die Haut gehend" Südkurier

Sa 26.05. 20 Uhr
So 27.05. 20 Uhr
MARIAKRON
PENTHESILEA
von Kleist
Regie: Cornelius Schwalm
Dramaturgie: Sophie Nikolitsch
Kostüm: Cathleen Kaschperk
Bühne: Rebecca Schley
Mit: Helge Bechert, Sabine Langendorf, Andres Nickl, Katja Uffelmann, Verena Unbehaun
"Alles liegt darin: der ganze Schmutz und Glanz meiner Seele“
Heinrich von Kleists Penthesilea ist ALLES: fremd erscheinendes Textkonvolut, rauschhafter Trip, deutsches Sittenbild und perfekte Projektionsfläche für bürgerliche Sehnsüchte.
Die Gruppe MARIAKRON um den Regisseur Cornelius Schwalm nähert sich über den Text eigener, gutbürgerlicher Seele und Befindlichkeit. Diese Penthesilea entsteht aus einem stilisierten Wohnzimmer und macht den Zuschauer zum unfreiwilligen Voyeur eigener und fremder Abgründe. Gesetzte, kontrollierte Menschen, sich insgeheim nach Liebe, Leben, einem Abenteuer sehnend, treffen einander um Kleist zu lesen. Sie kommen vom Lesen ins Spielen, vom Diskurs in die Diskussion. Und da, der Schutz des scheinbaren Spiels macht es möglich: durch die kultivierte Zurückhaltung bricht der Instinkt, die Spielfläche wird zur Schlachtfläche. Die Helme beginnen zu glänzen, das Hündchen jault; das insgeheim ersehnte Gemetzel, das hier schlichter Ausdruck lang sublimierter Lust ist, nimmt seinen Anfang:
„Verflucht das Herz, das sich nicht mäßgen kann.“
"... die Inszenierung speist sich aus dem komischen Kontrast der bürgerlichen Formen zum leidenschaftlichen Inhalt des Dramas. ... das Schauspieler-Quintett ist sehr gut, beherrscht präzises Timing und ironisches Spiel mit Subtexten. Eine schauspielerische Stilübung, die auch beim Zuschauen Spaß macht." (zitty)
Juni 2012
Nach den Vorstellungen werden im Theaterfoyer Zuschauergespräche angeboten.

Do 31.05. 20 Uhr
Fr 01.06. 20 Uhr
IRENE BINZ, DIE FRAU IM KOFFERRAUM
von Ronald M. Schernikau
Regie: Marc Lippuner
Ausstattung: Halina Kratochwil
Produktionsmitarbeit: Thomas Georgiadis
Spiel: Michael F. Stoerzer
Irene Binz, eine lebenslustige, moderne junge Frau - von der sozialistischen Idee überzeugt - gerät nach dem Mauerbau im August 1961 in einen existentiellen Gewissenskonflikt: Soll sie zum Vater Ihres Kindes in den Westen fliehen oder im Osten Deutschlands bleiben, wo sie und ihre politischen Überzeugungen zu Hause sind? Sie entscheidet sich für die Liebe. Und wird bitter enttäuscht.
Das Interesse der Gruppe PortFolio Inc. an dem Monologdrama, das Ronald M. Schernikau nach Gesprächen mit seiner Mutter geschrieben hat, gilt neben der eigentlichen Geschichte der Weitergabe von Biografien durch Eltern an ihre Kinder: Wie wird die Vorstellung von Heimat geprägt oder vorbestimmt? Und kann man sich von diesem "Erbe" befreien?
Der Abend zeigt einen Versuch der Aufarbeitung deutsch-deutscher Geschichte aus Sicht jener jungen Leute, die zum Zeitpunkt der ''Wende“ nur ein unzureichendes Bild von dem hatten, was um sie herum passierte.
Sa 02.06. 20 Uhr
So 03.06. 20 Uhr
UNTERTAN - Wir sind dein Volk
nach Heinrich Manns Der Untertan
Regie: Anja Gronau
Spiel: Alexander Schröder
Dramaturgie: Dirk Baumann
Künstlerische Mitarbeit: Marcel Luxinger
Technik und Licht: Dirk Lutz
„Diederich Heßling war ein weiches Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete und viel an den Ohren litt.“ Halt und Orientierung findet Heinrich Manns Protagonist während seiner leidenschaftlichen Lebenssuche in Institutionen und vorgegebenen Strukturen. Der Untertan braucht die Macht. Durch seine Unterwerfung unter und sein bedingungsloses Plädoyer für die Macht glaubt er sich vereint mit ihr – in Verkennung seiner eigenen gesellschaftlichen Stellung – über den gemeinen Pöbel zu erheben. Blitz-schnell weiß er Situationen zum eigenen Vorankommen zu nutzen: Mit lasziver Lust jauchzt er auf, wenn die Obrigkeit ihr Gewaltmonopol wahrnimmt und den demonstrierenden Umstürzlern und Krawallbrüdern die Grenzen aufzeigt.
Der Untertan will Ordnung. Eine pluralistische, demokratische Gesellschaft ist ihm zutiefst suspekt. In Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheiten findet der Ruf nach einer Überfigur, die Identifikation und Ordnung verkörpert, seinen Nährboden. Jetzt oder nie: Monarchie!
„Die Inszenierung kommt ganz ohne regieprotzenden Schnickschnack aus… Wirklich alles ist auf die historische Charakterstudie fokussiert, die sich als weiterhin exemplarisch erweist.
…. großes Theater abseits des Mainstreams.“ (Junge Welt)
Do 07.06. 20 Uhr
HOR-Künstlerkollektiv
UM NICHTS IN DER WELT
Eine philosophische Revue
Konzept/Regie: HOR-Künstlerkollektiv
mit: Juliane Werner (Spiel/ E-Bass)
Astrid Rashed (Spiel/ Geige)
Roman Leitner-Shamov (Spiel/ Percussion)
Beatrice Jugert (Skulptur/Kostüme)
Gabriele Nagel (Video)
Warum ist überhaupt ETWAS und nicht NICHTS?
Drei Schauspieler versuchen sich einen 4-dimensionalen Raum vorzustellen und begeben sich auf eine Reise zwischen Urknall und Jetzt.
Macht es Sie schwindeln, dass alle Atome, auch die unseres Körpers, zu 99,9 Prozent aus leerem Raum bestehen? Stellen wir uns nur vor, dass unser Küchenschrank auch nachts in der Küche steht, während wir in unserem Bett liegen und schlafen? Und haben Sie sich auch schon mal mit der Möglichkeit befasst, dass nicht Materie sondern Information der Urstoff des Universums ist?
Egal ! - "Es - das Nichts - ist köstlicher als Gold, (...) es ist erquickender wie die Gnade des Lichts, edler als der Könige Blut, dem Himmel gleich, höher als alle Sterne,(...) an dem Nichts, spricht Hiob, hanget die Erde."( Otto von Guericke)
Eine philosophische Revue über das NICHTS mit Experimenten, ein Versuchslabor im Zelt der Möglichkeiten, ein Garten der Bilder mit Filmen, Quanten und Musik.
"LUST AN DER LEERE
Vergnüglich ist das Spiel »Um Nichts in der Welt« inszeniert. Die Kostüme von Beatrice Jugert betonen den Revuecharakter. So etwas wie I-Tüpfelchen sind Marionetten-Abbilder der Schauspieler, mit denen sie zeitweise hantieren. " (ND)
"Wer ... naturwissenschaftlich gebildet ist und sich einen Hang zu Verspieltheit ... bewahrt hat, ist bei diesem Abend prima aufgehoben." (zitty)
Fr 08.06. 20 Uhr
HOR-Künstlerkollektiv
AM ANFANG HEIß ICH ENDE
Ein fantastisches visuelles Hörtheater
mit Texten von Michael Ende
Mitwirkende:
Juliane Werner ( E-Bass + Sprache )
Astrid Rashed ( Violine + Sprache )
Roman Leitner-Shamov ( Percussion + Sprache )
Gabriele Nagel ( Video + Raum )
Leere. Riesenhafte, sich ständig wandelnde Gebäude. Ein Wartesaal. Ein endloser Schiffsmast. Eine Labyrinthstadt. Eine obskure Insel. Ein zugefrorener Himmel...
Geschichten, die sich zwischen den Leben abspielen, auf, unter und über der Welt, am Anfang und am Ende des Seins, danach und davor...
Der Mensch sieht sich ausweglosen Situationen gegenüber, sehnt sich nach Antwort auf seine Fragen, sucht nach Erlösung. Wer bin ich? Was hält die Welt zusammen?
Eine Reise in die fantastische Welt unbekannter Texte Michael Endes.
Koproduktion mit dramagraz.

Sa 09.06. 20 Uhr
So 10.06. 20 Uhr
Zum letzten Mal:
MARIAKRON
PENTHESILEA
von Kleist
Regie: Cornelius Schwalm
Dramaturgie: Sophie Nikolitsch
Kostüm: Cathleen Kaschperk
Bühne: Rebecca Schley
Mit: Helge Bechert, Sabine Langendorf, Andres Nickl, Katja Uffelmann, Verena Unbehaun
"Alles liegt darin: der ganze Schmutz und Glanz meiner Seele“
Heinrich von Kleists Penthesilea ist ALLES: fremd erscheinendes Textkonvolut, rauschhafter Trip, deutsches Sittenbild und perfekte Projektionsfläche für bürgerliche Sehnsüchte.
Die Gruppe MARIAKRON um den Regisseur Cornelius Schwalm nähert sich über den Text eigener, gutbürgerlicher Seele und Befindlichkeit. Diese Penthesilea entsteht aus einem stilisierten Wohnzimmer und macht den Zuschauer zum unfreiwilligen Voyeur eigener und fremder Abgründe. Gesetzte, kontrollierte Menschen, sich insgeheim nach Liebe, Leben, einem Abenteuer sehnend, treffen einander um Kleist zu lesen. Sie kommen vom Lesen ins Spielen, vom Diskurs in die Diskussion. Und da, der Schutz des scheinbaren Spiels macht es möglich: durch die kultivierte Zurückhaltung bricht der Instinkt, die Spielfläche wird zur Schlachtfläche. Die Helme beginnen zu glänzen, das Hündchen jault; das insgeheim ersehnte Gemetzel, das hier schlichter Ausdruck lang sublimierter Lust ist, nimmt seinen Anfang:
„Verflucht das Herz, das sich nicht mäßgen kann.“
"... die Inszenierung speist sich aus dem komischen Kontrast der bürgerlichen Formen zum leidenschaftlichen Inhalt des Dramas. ... das Schauspieler-Quintett ist sehr gut, beherrscht präzises Timing und ironisches Spiel mit Subtexten. Eine schauspielerische Stilübung, die auch beim Zuschauen Spaß macht." (zitty)

Fr 15.06. 20 Uhr
Sa 16.06. 20 Uhr
So 17.06. 20 Uhr
Regie/Animation/Video: Ingrun Aran
mit: Iljá Pletner
Musik: Iljá Pletner
Bühne: Olf Kreisel
Wir leben in unsicheren Zeiten.
Wir fürchten uns vor Krieg, Katastrophen, Terror, Arbeitslosigkeit und dem Alleinsein.
Das Gefühl der Unsicherheit ist omnipotent. In der Hoffnung Erlösung in der Prävention
zu finden, hat unsere Gesellschaft schleichend eine Kultur des Verdachts und der
Überwachung ausgebildet.
Kafkas Erzählung DER BAU ist Spiegel unserer Zeit.
Ein dachsähnliches Tier hat ein unterirdisches Labyrinth errichtet, das es ständig
überdenkt und optimiert, um sich vor Feinden zu schützen. Doch Observierungs- und
Perfektionierungsdrang werden zum Wahn und münden in die Paranoia.

Do 21.06. 20 Uhr
Fr 22.06. 20 Uhr
NACHTGESCHWISTER
nach N. Wodin / W. Hilbig
von D. Holtz / A. Schneider
Regie: Anja Schneider
Bühne/Kostüm: Valerie von Stillfried
Dramaturgie: Alexander Krahnert
Schauspieler: Daniela Holtz, Gerd Diener, Stefan Schießleder
Regieass.: Emel Aydogdu
Bühnenass.: Marlene Beer
„Ich gehe und versuche mich zu erinnern, immer wieder, wie alles angefangen hat. Ich bilde mir ein dass mich nur das retten kann. Retten vor dem Gefühl, dass ich nicht mehr leben kann solange er lebt. Er oder ich. Zum hundertsten, zum tausendsten Mal fange ich von vorne an.“
Ein Ostschriftsteller und eine Westschriftstellerin begegnen sich auf einer Lesereise des Mannes im Westen. Eine obsessive Liebe beginnt zwischen den beiden, fesselt sie aneinander und lässt sie nicht mehr los. Bald wird klar, nur einer wird diese Begegnung überleben können, und beide wollen der Überlebende sein. Ein Machtkampf entbrennt, immer gepaart mit dem Gefühl, der großen Liebe des eigenen Lebens begegnet zu sein, die so schwer zu leben ist.
Um das Paar herum bröckelt der Ostblock, die deutsch-deutsche Wende ermöglicht ihnen ein Zusammensein ohne äußere Grenzen, aber im Innern herrscht zunehmend kalter Krieg. Nach Nächten im Suff, unvergesslichen körperlichen Begegnungen, nach dem Versuch das Schreiben zum gemeinsamen Zentrum zu machen und die Liebe mit einer Heirat zu besiegeln bröckelt die Phantasie für ein erträgliches Zusammenleben und wird zur alles umfassenden Frage, wie die eigene Haut gerettet werden kann. Nicht alles was man überlebt, überlebt man.
Ausgehend vom autobiographisch geprägten Roman „Nachtgeschwister“ von Natascha Wodin und Wolfgang Hilbigs „Provisorium“ adaptiert „nachtgeschwister“ die Geschichte von Hedda Rast und Jakob Stumm für die Bühne. Folie ist das Wendezeit-Berlin in Prenzlauer Berg.

Sa 23.06. 20 Uhr
So 24.06. 20 Uhr
hardt attacks
DIES IST KEIN LIEBESLIED
nach Karen Duve
Regie: Wenke Hardt
Ausstattung: Alexander Schulz
Spiel: Daniela Holtz/ Monika Wiedemer, Claudia Wiedemer
„Mit sieben Jahren schwor ich, niemals zu lieben. Mit achtzehn tat ich es trotzdem. Es war genauso schlimm, wie ich befürchtet hatte.“
Taxifahrerin Anne macht sich auf den Weg nach London, um ihre unerwiderte große Liebe ein letztes Mal zu sehen. Sie hofft auf Erlösung – wie auch immer diese aussehen mag. Ihre Reise wird zu einer Spurensuche nach sich selbst.
Anne erinnert sich an ihre ersten Schritte in der Liebe, die Demütigungen des Sportunterrichts und durch ihre Familie, an ihre zahlreichen Diäten, an Angepasstheit und an schlechten Sex – kurz: An ihre Leiden im „haifischverseuchten Ozean des Lebens“.
Ein Leben an dem sie bis jetzt wenig Erfreuliches finden kann – außer Taxifahren und dem Vergnügen, im Café, vor den neidischen Augen diätgestählter schlanker Damen, vier Stücke Schokoladentorte in sich hinein zu stopfen.
Ein berührend komischer Kampf um sich selbst, der immer wieder durch die Suche nach äusserer Anerkennung verstellt wird.
"Einhundert spannende Minuten" Dresdener Neueste Nachrichten
„Starke Bühnenadaption des Romans von Karen Duve. 100 pralle Theaterminuten: Bitterböse und einfühlsam, mit viel Witz und zugleich unter die Haut gehend" Südkurier
Do 28.06. 20 Uhr
Fr 29.06. 20 Uhr
okapi-productions
AUFZEICHNUNGEN AUS DEM UNTERGRUND
nach Dostojewskij / Stückfassung von Inka Bach
Regie/Bühne/Video: Ingrun Aran
Dramaturgie: Inka Bach
Spieler/in: Iljá Pletner, Iris Boss
Kamera: Jakobine Motz
Soundesign: Simon Franzkowiak
Graffiti: Thomas Korn
Assistenz: Philippe Roth
Wassilij (Iljá Pletner) lebt im Untergrund, im Kellerloch. Nur per Internet hält er noch Kontakt zur Welt. In einer furiosen Ansprache auf Deutsch und Russisch an das Publikum entwickelt Wassilij seine Maxime individueller Freiheit - das Recht auf Irrsinn und Unglück. Mit der Hure Lisa (Iris Boss) bekommt er noch eine letzte Chance auf Liebe...
Dostojewskijs Stadtneurotiker wird in der Aktualisierung und Adaption von Inka Bach (Text) und Ingrun Aran (Regie) zum morbiden Internet- und Spielsüchtigen, der sich den Anforderungen der Moderne nicht gewachsen fühlt und ihnen dennoch unterworfen ist.
Gefördert aus Mitteln des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten, des Amtes für Weiterbildung und Kultur Berlin Pankow, der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen. Unterstützt von Courage gegen Fremdenhass e.V..
"Jetzt spült ein Glücksfall aus Migration, Talent und Ausbildung den in Dnepropetrowsk geborenen Iljá Pletner in die heimelige Stube des Theaters unterm Dach.
Dort verkörpert er den Selbsthass und Weltekel zerquälten und zugleich vom Glauben an die eigene Bedeutung schier aufgeblasenen Haupthelden aus Dostojewskis „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“. Unter der Hand der Regisseurin und Filmemacherin Ingrun Aran wird dieser exzentrische Griesgram jedoch zu einer Figur ganz unserer Zeit." (zitty)
http://www.okapi-productions.com/productions/plays/aufzeichnungen-aus-dem-untergrund

Sa 30.06. 20 Uhr
So 01.07. 20 Uhr
okapi-productions
DER BAU
von Franz Kafka
Regie/Animation/Video: Ingrun Aran
mit: Iljá Pletner
Musik: Iljá Pletner
Bühne: Olf Kreisel
Wir leben in unsicheren Zeiten.
Wir fürchten uns vor Krieg, Katastrophen, Terror, Arbeitslosigkeit und dem Alleinsein.
Das Gefühl der Unsicherheit ist omnipotent. In der Hoffnung Erlösung in der Prävention
zu finden, hat unsere Gesellschaft schleichend eine Kultur des Verdachts und der
Überwachung ausgebildet.
Kafkas Erzählung DER BAU ist Spiegel unserer Zeit.
Ein dachsähnliches Tier hat ein unterirdisches Labyrinth errichtet, das es ständig
überdenkt und optimiert, um sich vor Feinden zu schützen. Doch Observierungs- und
Perfektionierungsdrang werden zum Wahn und münden in die Paranoia.